Dem «Kinder in der Mitte der Gemeinde» Gottesdienst lag das Bibelwort aus der Apostelgeschichte 9,36 zugrunde: „In Joppe war eine Jüngerin mit Namen Tabita, das heißt übersetzt: Gazelle. Die tat viele gute Werke und gab reichlich Almosen“.
Im Zentrum des Gottesdienstes stand die Barmherzigkeit. Ein für die Kinder vielleicht nicht so gut verständlicher Begriff. Priester Dominic Valtingojer erklärte den Kindern und den erwachsenen Gottesdienstbesuchern dann, dass in dem Wort «barmherzig» die Wortteile Arm und Herz stecken. Wenn unser Herz berührt wird und wir helfen wollen, werden wir aktiv und setzen bildhaft gesehen unseren Arm dafür ein. Im biblischen Bericht setzte Tabita ihre Gabe und ihr Können ebenfalls ein, um für jene zu sorgen, die niemanden hatten.
Priester D. Valtingojer ermunterte die Kinder dazu, ihr Können zu suchen und zu finden und er verdeutlichte dies mit einem persönlichen Beispiel. Er war in der Vorbereitung für den Gottesdienst sehr nervös und angespannt. Am Tag vor dem Gottesdienst kam ein 2-jähriges Kind auf ihn zugelaufen und umarmte ihn. Mit dieser barmherzigen, wenn auch vielleicht unbewussten Geste des Kindes fühlte er sich geborgen und angekommen, die Anspannung war verschwunden. Auch wir sind immer wieder dazu aufgerufen mit kleinen Gesten für den Anderen da zu sein.
Um die Barmherzigkeit für die Kinder noch sichtbarer und greifbarer zu machen, waren Give-Aways vorbereitet worden, die das Bibelwort erlebbar machten:
- Taschentücher - um die Tränen des Nächsten abzutrocknen.
- Pflaster - um eine Verletzung des Nächsten zu heilen.
- Ein kleines Herz in unterschiedlichsten Farben - jeder hat sein eigenes Talent, das er für einen Bedürftigen einsetzen kann, so wie Tabita als Schneiderin.
Priester Maximilian Valtingojer unterstrich in seinem Predigtbeitrag das Gesagte mit einer Geschichte, welche die richtige Herzenseinstellung in den Mittelpunkt rückte. Ein reicher Mann gab einem armen Mann, der um Lebensmittel bat, einen Korb voll Müll. Der arme Mann jedoch reinigte den Müllkorb, füllte ihn mit schönen, duftenden Blumen und gab ihn dem reichen Mann zurück. Wie verhalten wir uns? Welche Herzenseinstellung haben wir? Mit Jesus im Herzen ist es machbar, Gutes zu tun und Barmherzigkeit zu zeigen, selbst dann, wenn jemand sich so verhält wie der reiche Mann in diesem Beispiel.
Priester René Zingerle forderte die Gottesdienstbesucher auf, ihre Hände anzusehen und sich dankbar bewußt zu machen, was alles sie damit leisten können, wenn sie diese bewegen. Und sich auch bewußt zu machen, dass es ihre Entscheidung ist, ob sie damit Gutes oder Böses tun.
A. Seifriedsberger | N. Röthling