Advent zwischen Licht und Entscheidung

07.12.2025

Versiegelung, Ordination und Wechsel der Gemeindeleitung im Adventsgottesdienst in Kreuzlingen

1. Johannes 19 - 21

Der Gottesdienst zum zweiten Advent in Kreuzlingen war reich an geistlichen und gemeindlichen Höhepunkten. Beim Besuch von Apostel Matthias Pfützner stand neben der Predigt auch die Spendung des Sakraments der Heiligen Versiegelung, eine Ordination sowie der Vorsteherwechsel im Mittelpunkt

Ausgehend von der Begegnung Jesu mit Nikodemus (Johannes 3) führte Apostel Pfützner in das adventliche Thema von Licht und Finsternis ein. Advent, so wurde deutlich, ist mehr als eine stimmungsvolle Zeit mit Liedern und Kerzen: Er ist eine Zeit der Entscheidung. Das Licht Gottes ist in die Welt gekommen – die Frage ist, ob wir bereit sind, in dieses Licht hineinzutreten.

Nikodemus kommt „bei Nacht“ zu Jesus. Dieses Bild stand symbolisch für Unsicherheit, offene Fragen und innere Übergänge. Nikodemus ahnt, dass Jesus von Gott kommt, scheut jedoch zunächst das klare Bekenntnis. Jesus begegnet ihm nicht mit Vorwurf, sondern mit einer Einladung: Willst du das Licht?

Dabei wurde betont: Menschen meiden das Licht nicht aus Unwissenheit, sondern oft aus Angst – aus Angst vor Veränderung, vor dem Verlust von Kontrolle oder davor, sich neu ausrichten zu müssen. Doch das Licht Christi ist kein entlarvender Scheinwerfer. Es ist heilend, wärmend und verwandelnd. Wer sich ihm anvertraut, darf seine Dunkelheit mitbringen.

Dieses Bild gewann besondere Bedeutung im Blick auf Übergänge – persönlich, geistlich und als Gemeinde. Gerade ein Wechsel in der Gemeindeleitung bringt Unsicherheit mit sich. Doch Orientierung kommt nicht aus dem Festhalten am Gewohnten, sondern aus dem Vertrauen darauf, dass Christus selbst das Licht ist, das weiterführt. Nicht Menschen stehen im Zentrum, sondern er.

Im Rahmen des Gottesdienstes wurde Hirte Arne Limi mit großer Dankbarkeit und Wertschätzung von der Aufgabe als Gemeindevorsteher entbunden und in den Ruhestand versetzt. Als neuen Vorsteher für die Gemeinde Kreuzlingen setzte der Apostel den Priester Michael Apfel ein und rüstete ihn mit Heiligung und Segnung aus. Dies machte sichtbar: Gottes Licht wirkt weiter – in neuen Aufgaben, neuen Wegen und neuen Lebensabschnitten.

Der Gottesdienst mündete in eine klare Ermutigung: Advent bedeutet, sich immer wieder neu dem Licht Christi auszusetzen. Nicht nur Kerzen anzuzünden, sondern selbst im Licht zu leben. So wird Advent zu einem Weg, auf dem Gottes Licht bleibt, trägt und verändert.