Am Mittwochabend besuchte ich überraschend die Gemeinde in La Chaux-de-Fonds. Der Gemeindevorsteher war sichtlich erstaunt, als ich das Ämterzimmer betrat – begleitet wurde er von einem Priester. Mir ist sehr bewusst, dass viele Brüder und heute auch Schwestern sich manchmal allein oder zu zweit heiligen vor einem Gottesdienst, umso grösser ist dann die Freude des Gottesdienstleitenden, wenn er überrascht wird. Die Gemeinschaft mit den Geschwistern im französischen Jura hat mich gefreut und innerlich bereichert.
Am Freitag trat ich die Reise nach Moldawien an. Es war wieder einmal an der Zeit, mich mit dem Apostel und dem Bischof auszutauschen. Begleitet wurden wir von einem lieben Bruder, der seit vielen Jahren in Rumänien und Moldawien als Anwalt für unsere Kirche tätig ist und für uns übersetzte. Auch Gespräche mit ihm blieben nicht aus. Welche Unterlagen und Nachweise immer wieder für die Behörden erforderlich sind, übersteigt mitunter selbst mein Vorstellungsvermögen.
Am Samstag feierten wir einen Gottesdienst in der Gemeinde Leova. Die Fahrt von Chișinău dorthin dauerte rund zwei Stunden. Besonders in der Hauptstadt, aber auch in Teilen des Landes sind die Strassenverhältnisse derzeit schwierig. Die sehr tiefen Wintertemperaturen haben zahlreiche Risse entstehen lassen, aus denen teils tiefe und kantige Schlaglöcher geworden sind. Diese erfordern grosse Aufmerksamkeit und Geschick beim Fahren. Ich staunte über die Fahrweise des Bischofs – mitunter hatte ich den Eindruck, er kenne die Lage der Schlaglöcher beinahe auswendig.
Leova ist eine typische Landgemeinde. Die Geschwister sind geprägt von der Arbeit auf ihren Höfen und sicherlich auch von der spürbaren Armut. Umso bewegender war der Gottesdienst: Fünf erwachsene Seelen empfingen die Gabe des Heiligen Geistes.
Am Sonntag feierte ich in unserer Gemeinde in Chișinău den Entschlafenengottesdienst mit den Handlungen an den Seelen im Jenseits. Solche Festgottesdienste sind immer etwas ganz Besonderes. Die Freude, die dadurch im Jenseits entsteht, können wir uns kaum vorstellen. Einen kleinen Eindruck davon erhalten wir vielleicht, wenn wir eine Heilige Wassertaufe oder eine Heilige Versiegelung an einem Kind in unserer Gemeinde erleben. Spüren wir dabei nicht selbst grosse Freude? Ich denke doch schon. Und nun dürfen wir diese Freude getrost um ein Vielfaches grösser denken.
Ich wünsche euch allen eine bewahrte neue Woche.
Mit herzlichen Grüssen
Thomas Deubel