Andacht mit Überraschung

12.12.2022

Die Weihnachtsgeschichte aus verschiedenen Blickpunkten.

Überrascht zeigte sich Apostel Pfützner über die grosse Anzahl an Glaubensgeschwistern, die sich im Saal versammelte. Gestern Sonntag in den Gottesdienst und am Montagabend bereits wieder in die Kirche gehen? Deshalb lautete seine Frage zunächst: «Was hat dich hierhergeführt? Bist du neugierig, was dich an einer Andacht erwartet?

Er stellte seine mitgebrachte Krippe vor. Es gibt sie in zahlreichen Ausführungen, diese hier aus Holz, ganz schlicht und von Menschen mit Handicap gefertigt. Da waren zudem einige Figuren mehr vorhanden als die, von denen wir in der Weihnachtsgeschichte lesen können. Jesaja 1, 3 : «Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn.»

Jede dieser Figuren erlebte die Weihnachtsgeschichte etwas anders. So heisst es zum Beispiel in Lukas 1, 30: Und der Engel sprach zu ihr, fürchte dich nicht, Maria! Du hast Gnade bei Gott. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihn Jesus nennen.

Nebst Maria gab es in der Krippe aber auch Joseph, oder den Besitzer der Herberge, und auch die Hirten. Der Apostel lud uns ein, dass wir uns in verschiedenen Gruppen in die Räume der Kirche aufteilen mit einer Aufgabe: Jede Figur stand für eine Gruppe und man ging einfach mit der Gruppe, deren Figur einem selber zusagte. Da wäre zum Beispiel der Esel. Seine Figur begleitete Jesus bei der Geburt, als auch beim Einzug in Jerusalem. Esel sind feinfühlig, genügsam, tragen schwere Lasten auch in schwierigem Gelände. Es gibt noch viele weitere Figuren. Welche spricht dich an?

Nach etwa zehn Minuten trafen sich alle wieder im Kirchensaal. Danach erlebten wir die Weihnachtsgeschichte aus Sicht der verschiedenen Krippenfiguren, durch die Gruppensprechenden vorgetragen – völlig frei und neu interpretiert.

Zu unserer Überraschung lag das Geheimnis dieser Andacht darin, dass wir durch diese Beiträge dem Apostel eine Andacht bereiteten und nicht umgekehrt. Die Geschichten und Erlebnisse sind jedes Mal anders und in jedem von uns passiert da etwas. Zum Lied «Macht hoch die Tür» begleitete er uns am Klavier. Damit liessen wir diesen Andachtsabend ausklingen.