Stille und Abendgebet

13.12.2022

Das Geheimnis der Stille: Wo die Sprache verstummt, beginnt das Hören.
Ein Abend zum Kraft tanken und neuer Inspiration mit Apostel Pfützner in Kreuzlingen

«Gott hört mich überall und er redet auch überall mit mir…», so leitete unser Apostel den Abend ein. Da der ganze Bezirk Wil in Kreuzlingen war, fragte er kurz: «Wer von euch hatte 10min Anfahrtsweg? wer 20min? Also wenn ich jetzt nur ein Gebet spreche und dann wieder Schluss mache, ist es unfair.»

Unsere Gottesdienste kennen das Element der Stille nicht. Wenn es still wird, werden wir schnell unruhig und erwarten, dass was passiert. Wenn Glaubensgeschwister mit Sorgen und Fragen zum Apostel kommen, dann erwarten Sie, dass Gott sofort spricht. Doch manchmal spricht er nicht in der Sekunde. Das ist nicht wie bei einem Automaten, wo man eine Münze einwirft und dann legt der sogleich los. Gott ist in der Stille, die ganze heilige Schrift sagt uns das.

Es folgte ein Augenblick des Schweigens und Innehaltens um in diese Stille einzutauchen. Der Apostel vermittelte das in der Art, wie es die Jünger mitten im Sturm erlebt haben. Jesus trat auf, sprach ein Wort und es ward stille. Wir machten zuerst buchstäblich Sturm-Lärm, danach wurde es ruhig. Wie auch bei den Jüngern kehrte die innere Ruhe ein, denn Angst hatten sie zuvor.

Es hilft im Alltag, wenn wir uns für die Stille ein bisschen aufwärmen – erst entleeren.
Lärm beengt, Stille befreit. Dazu passt gut, dass wohl eines der bekanntesten Weihnachtslieder mit «Stille…» beginnt. Die Bedeutung wird unterschätzt, denn kaum eines von uns verbringt tatsächlich eine stille Nacht. Wenn dagegen Stille einsetzt und die Sprache verstummt, beginnt das Hören. Das hören des Wortes das aus der Ewigkeit kommt. In der Stille musst du nichts leisten und bist ohne Druck von Aussen.

Und du kannst mit Gott sprechen: »Jeder Tag, den du mir gibst, Herr, ist mein Geschenk. Danke, ich will ihn mit dir gehen» Am Abend: «Diesen Tag heute hast du mir geschenkt, was war gut, was war weniger gut?" Manchmal geht es vergessen. Doch wenn du auf der Intensivstation liegst und nicht weisst, ob du am nächsten Morgen erwachst, dann hast du vielleicht verstanden, dass jeder Tag den du erlebst ein Geschenk ist. Das ist das Geheimnis der Stille.

Die Sache mit dem Gebet ist die: Manchmal hat man keine Worte als Mensch, oder wir haben das Gefühl, unser Gebet bleibt an der Zimmerdecke hängen. Lasst uns für das Gespräch mit Gott neue Inspiration finden. Es muss nicht immer das frei gesprochene Gebet sein, auf das wir so stolz sind.

«Mit dir oh Herr verbunden», ist ein Lied und zudem ein Gebet. Ein Tipp: Es gibt in der heiligen Schrift ein Gebetbuch, das sind die Psalmen. Im Gebet drücken wir unsere Liebe zu Gott aus. Einen Liebesbrief an den lieben Gott und du merkst, das sagt einiges über die Beziehung zu ihm aus.