Woche 37 / 2024

17.09.2024

Noch einmal Italienisch im Doppelpack!
Apostel Camenzind erwartet mich am Mittwoch am Bahnhof Lugano. Gemeinsam geht die Reise mit dem Auto weiter. Nach Mailand geht es zunächst Richtung Piacenza und kurz vor Parma biegen wir rechts ab, um auf der Autobahn über den Passo della Cisa in die weltweit bekannte Stadt des Marmors zu gelangen.

Carrara liegt nordwestlich von Pisa in den Apuanischen Alpen. Carrara und Marmor – das weisse Gold der Toskana. Beides gehört untrennbar zusammen. Das Gold der Wahrheit hingegen hören wir im Wirken des Heiligen Geistes.

Die letzte «Apostelversammlung» im Auto nutzen Apostel Camenzind und ich zu einem Austausch über Sorgen, Wünsche, Freuden und Leiden der Geschwister in seinem Arbeitsbereich. Es ist zugleich meine letzte Reise ins Ausland vor der Ruhesetzung.

Zusammen mit Bischof De Lazzari geht die kurze Fahrt vom Hotel zur Kirche. Viele Geschwister, z.T. von weit angereist, haben sich an diesem Mittwochabend eingefunden. Es ist eine grosse Freude für mich, diese treuen Gotteskinder und auch Gäste begrüssen zu können. Der gemeinsame Weg begann vor 16 Jahren, damals durfte ich im Bischofsamt und später im Apostelamt den Brüdern und Schwestern dienen.

Die Kinder, die Instrumentalgruppe und der Chor haben intensiv gearbeitet und tragen das Geübte zu unserer Freude vor. Eine kleine Glaubensschwester hat ihren ersten Auftritt an der Orgel. Der Altarschmuck zeigt, dass wir uns am Meer befinden. Das Fischernetz mit dem Fang erinnert an die Begebenheit, bei der Jesus Petrus in die Nachfolge rief und ihn zum Menschenfischer machte. Zur Freude der Anwesenden erhält ein junges Paar den Segen zu seiner Verlobung.

Als besonderes Geschenk bekomme ich als Andenken eine Schale und eine Kugel aus Marmor. Auch hier gibt es eine Einladung, die Geschwister nach meiner Ruhesetzung zu besuchen: «Arrivederci! Un cordiale benvenuto anche dopo la tua messa a riposo in mezzo le comunità.»

Am kommenden Tag geht die Reise in umgekehrter Reihenfolge zunächst im Auto bis Lugano und von dort mit dem Zug nach Hause.

Und schon geht es wieder Richtung Süden. Bei starkem Nordföhn im Rücken fährt der Zug südwärts, so dass wir zwei Minuten vor der Zeit in Lugano ankommen. Seit der Basistunnel wieder offen ist, hat sich die Reise von zuhause nach Lugano wiederum auf zweieihalb Stunden verkürzt.

Zusammen mit dem Bezirk Ticino und den mittels IPTV angeschlossenen Geschwistern in Italien dürfen wir Gott danken und loben. Der eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag und das Erntedankfest geben uns den äusseren Grund dazu. Unsere DNA als Gotteskinder drängt uns, Gott allezeit und überall zu danken. Es gibt unendlich viele Gründe dazu, sofern man bewusst danach sucht. Chor und Instrumentalgruppe haben diesen Tag wunderschön vorbereitet, unterstützen mit ihren Beiträgen das Wort und schaffen eine Atmosphäre, die der Seele als Ausdrucksform dient. Was für eine grosse Freude erleben eine Mutter und ihre drei Kinder: Sie dürfen in diesem Gottesdienst das Sakrament der Heiligen Versiegelung erhalten und damit Gotteskinder werden. Bewegt erleben wir die Feier des Heiligen Abendmahls in der sichtbaren und danach für die unsichtbare Gemeinde. Noch ein Geschenk empfangen wir aus der Hand Gottes: Für die Gemeinde Lugano wird ein Priester ordiniert.

Hier gehts zum Bericht (in italienisch): Ringraziamo per la fede - Chiesa regionale Svizzera (nak.ch)

Nach dem freudigen Loblied des Chors am Ende des Gottesdienstes erhalte ich als «bekennender Gelati-Liebhaber» durch den Bezirksvorsteher ein überdimensionales «cono gelato» mit Unterschriften aus allen Gemeinden des Bezirks und einem Gutschein für künftige Besuche bei der besten Gelateria Luganos – und natürlich auch in den Gemeinden im Ticino.

Bei wunderbarem Sonnenschein von einem wolkenlosen Himmel ist ein gemeinsamer «Aperitivo» auf dem Kirchenparkplatz eine schöne Gelegenheit für ein gemeinschaftliches Verweilen. Die erlebte Zuneigung der Geschwister in den vergangenen Wochen erfährt so ein weiteres Kapitel.

«Arrivederci! Non ci dimentichiamo e per sempre rimaniamo collegati nel cuore!» Auf Wiedersehen! Wir vergessen einander nicht und für immer bleiben wir in unseren Herzen verbunden!