Zum Gottesdienstbeginn sang die Gemeinde bezeichnend das schöne Lied: «Hier ist mein Herz, mein Gott ich geb es dir». Der Bezirksapostel verarbeitete das Wort aus Johannes 14.1: «Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich.»
Aus dem Dienen des Bezirksapostels
Das vorgetragene Chorlied «Ich halte mich Herr zu deinem Altar» endete in der dritten Strophe mit «… da will deinem Wort ich vertrauen». Der Bezirksapostel richtete die Frage an die Gläubigen: «Ist das so, lieber Bruder, liebe Schwester, hältst du dich zum Altar Gottes?». Er riet, sich auch dann zum Altar Gottes zu halten, wenn der himmlische Vater gerade nicht zuzuhören scheine. Unser Herz erschrecke nicht! Wir wollen es gleichtun wie die Frau, welche an Blutfluss litt und im Glauben das Gewand Jesu berührte. Wir wollen uns in Geduld üben und vertrauen. Glaubt an Gott!
«Hast du alles getan, was in deiner Macht liegt?», so die zweite Frage des Dienenden. Bitte nicht alles an Gott delegieren, was wir selbst regeln können.
Nach jüdischem Glaubensverständnis galt es, eine lange Liste an Gesetzen zu befolgen, um mit Gesundheit, Reichtum und Hilfe gegen Feinde gesegnet zu werden. Bei Verstössen drohte Strafe Gottes wie Krankheit oder Armut. Jesus offenbarte jedoch das wahre Gottesbild – er lehrte das Gesetz der Liebe. «Gott liebt jede Seele bedingungslos, macht keine Unterschiede» bekräftigte der Bezirksapostel mehrfach. Gottes Macht sei immer gepaart mit Liebe. Segen bedeute ewiges Leben in Gemeinschaft mit Gott. Unser Feind sei die Sünde.
Einstimmung zur Sündenvergebung
Warum ist das Vergeben so schwer? Jesus hat am Kreuz bei aller Qual seinen Peinigern vergeben. So wollen wir demütig unsere Anklagen auch fallen lassen.
Nach der Abendmahlsfeier leitete der Chor mit dem Lied «Habe deine Lust am Herrn» zu den Handlungen über. Zunächst entband der Geistliche den bisherigen Vorsteher von seinen Aufgaben. Er beschrieb wertschätzend seine Fürsorge und Umsicht – ein Vorsteher, der hinhörte und hinschaute und Freud und Leid in seiner Gemeinde wahrnahm. Er trug und trägt weiterhin seine Geschwister im Herzen - eben ein «ganz lieber Kerl», meinte der Bezirksapostel. Der Hirte bleibt der Gemeinde bis zu seiner Pensionierung als Seelsorger erhalten.
Beauftragung des neuen Gemeindevorstehers
Zu seinem zukünftigen Wirken erhielt der Priester ein Bibelwort aus Sprüche 3, 5+6: «Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.»
Dazu legte ihm der Bezirksapostel drei Hinweise ans Herz:
- Sich ins Gebet zu vertiefen und bei Entscheidungen gemeinsam mit seinen Helfern zu tun, was den Anvertrauten am besten zur Erreichung des Glaubensziels dient
- Sich selbst zu bleiben – keine Kopie des vorherigen Vorstehers. Er dürfe und solle mit den ihm geschenkten Gaben dienen
- Nicht alles allein tun zu wollen. Er habe viele Helfer, ja die ganze Gemeinde werde ihn unterstützen. Das gelte es anzunehmen.
Der Gottesdienst wurde vom Instrumentalensemble mit neuen und altbekannten Melodien wunderbar mitgestaltet.