Festgottesdienst
Nach der Begrüßung der Gottesdienstteilnehmer durch den Vorsteher des neuapostolischen Kirchenbezirks Wien, Bezirksevangelist Christoph Black, begann der Gottesdienst mit dem in allen christlichen Kirchen bekannten Lied «Großer Gott wir loben dich».
Im Anschluss an die einleitenden Worte, welche Hirte Hessler in Vertretung des kurzfristig erkrankten Apostels Pfützner sprach, folgte das Eingangsgebet von Pfarrer Hennefeld von der evangelischen Kirche H.B.
Generalvikar Eisenbraun von der Altkatholischen Kirche las aus Psalm 133 den Segen der brüderlichen Eintracht im Wechsel mit der Gemeinde, welche den Kehrvers sang.
Die Lesung aus Johannes 17, 20-23 übernahm Pastorin Handschin von der evangelisch-methodistischen Kirche.
In Vertretung von Apostel Pfützner hielt Bischof Jeram die anschließende Predigt.
Eigentlich schon im Ruhestand befindlich wies der Bischof auf Eindringlichkeit hin, mit der Jesus im vorgelesenen Bibeltext aus dem hohepriesterlichen Gebet um die Einheit seiner Jünger gebetet hat und dem für ihn daraus folgenden Auftrag Jesu: «hör nicht auf, arbeite weiter an der Einheit, überall wo du hinkommst. Bete für die Einheit. Sprich es an, wenn du siehst, dass die Einheit in Gefahr ist»… Und er ergänzte: «und deshalb stehe ich heute hier. Ich folge nicht einfach nur der Bitte des Apostels, ich folge dem Ruf Jesu».
Im Weiteren ging Bischof Jeram auf das Wort aus Markus 3,24.25 ein: «Wenn ein Reich mit sich selbst uneins ist, kann es nicht bestehen. Und wenn ein Haus mit sich selbst uneins ist, kann es nicht bestehen». Ein schlichter, aber sehr realistischer Satz. Jesus weiß, wovon er spricht. Er weiß, wie zerbrechlich Gemeinschaft ist.
Einheit ist nicht Uniformität. Das zeigt sich schon ganz am Anfang unseres Lebens – in Ehen und Familien. Eltern sind oft sehr unterschiedlich und doch bilden sie gegenüber den Kindern eine Einheit: in der Liebe, in der Verantwortung, in der Erziehung. Einheit entsteht im Gespräch, im Ringen, im Zuhören, manchmal auch im Nachgeben. Das gilt auch für Gemeinden, für Kirchen, für die Christenheit insgesamt.
Einheit entsteht nicht dadurch, dass es keine Konflikte gibt, sondern dadurch, dass Menschen lernen, immer wieder zu vergeben, einander zuzuhören, die Einheit neu zu suchen.
Bischof Jeram zitierte auch aus dem Grußwort des designierten Wiener Erzbischofs Grünwidl: «Wir wissen uns doch in Wesentlichem zutiefst verbunden: im Glauben an den dreifaltigen Gott, in der Taufe als dem Fundament christlicher Gemeinschaft, in der Hoffnung auf die Wiederkunft Christi und in der Berufung, den Glauben durch gelebte Liebe und tätige Nächstenliebe zu bezeugen.» Und er fügte an: «Gerade in der Adventszeit wird das spürbar. Christen erwarten Christus, warten auf seine Erscheinung. Vielleicht mit unterschiedlichen Vorstellungen - doch wichtig ist, dass wir miteinander hoffen».
Nach einer Einleitung zur Bedeutung des Glaubensbekenntnisses für alle Christen, sprachen die Gottesdienstbesucher gemeinsam das Nizäno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis.
Die Liturgen, unter ihnen auch der Pfarrer der Konzilsgedächtniskirche, Pater Hengst SJ, sprachen die Fürbitten welchen sich das von allen Gottesdienstbesuchern gesprochene Gebet «Unser Vater» anschloss.
Der Superintendent der evangelischen Kirche A.B., Matthias Geist spendete den Schlusssegen mit dem Wortlaut aus dem 4. Buch Mose, dem sich die Gemeinde dann mit dem Schlusslied «Nun danket alle Gott» anschloss.
Musikalisch gestaltet wurde dieser Gottesdienst vom neuapostolischen Bezirkschor, vom Organisten Bernd Kainz, und Instrumentalisten wie der Geigerin Pilar Policano und Josef Sattler an der Trompete.
Adventlicher Ausklang
Von der neuapostolischen Jugend vorbereitet klang der Gottesdienst noch im Hof vor der Kirche adventlich bei Maroni und Punsch aus. Ein Moment, der noch von Vielen für Gespräche, zum Kennenlernen und gemütlichem Zusammensein genutzt wurde.