Beim zu Beginn vorgetragenen Lied geht es um das Gebet eines Kindes. Wiederholt ertönen die Worte "himmlischer Vater". Dazu sagt der Apostel: "Das Gebet eines Kindes ist einfach, ehrlich, kurz - es sagt dem Vater frei heraus, was das Herz bewegt. Halten wir heute Abend eine ehrliche Innenschau, suchen keine Schuldigen und schauen nur auf uns."
Damit ist die Überleitung zum Textwort gegeben, das aus der Geschichte des Lazarus stammt, der gestorben war. Jesus machte Martha, die ihm entgegengelaufen war, klar, worum es ihm mit seinem Erscheinen ging: «Ich bin die Auferstehung und das Leben.» Konnte das Martha verstehen?
Lazarus lag schon vier Tage im Grab, vor dem ein Stein lag, den wegzuheben es wohl mehrerer Männer bedurfte. Es brauchte also eine Aktivität, eine Anstrengung. Wir denken an die Parallele zum Stein vor Jesu Grab, der für Maria und Maria Magdalena viel zu schwer war und deshalb von einem Engel weggerollt wurde. Erste Erkenntnis: Gott weiss, was er uns zumuten kann. Wir müssen aber aktiv werden, und wenn etwas zu schwer wird, dann greift Gott helfend ein. In einer Gemeinschaft können wir einander gegenseitig helfen - also, nimm den Stein weg!
- Trauer kann wie ein Stein sein. Ist er weggerollt, ist er zwar immer noch da, aber der Zugang zum Trost Jesu Christi ist offen.
Welche Steine liegen uns im Weg, um zu Gott oder unserem Nächsten Zugang zu finden:
- Wir haben vielleicht ein falsches Verständnis von Gerechtigkeit oder neigen dazu, sofort ein Urteil zu fällen. Gottes Urteil ist in allen Belangen gerecht, wir aber sind gar nicht in der Lage, gerecht zu urteilen. Überlassen wir also ihm das Urteil.
- Weitere Steine: Die Jünger wollten den Kindern den Zugang zu Jesus verbieten; die Juden wollten nicht, dass das Evangelium in der Ausbreitung auch den Heiden zugänglich gemacht wurde. Auch heute gibt es Vorurteile - ebenfalls unter Glaubensgeschwistern. Beispielsweise ist es an einem Ort unmöglich, dass bei einem Gemeinschaftsanlass unserer Kirche unterschiedliche Volksgruppen am gleichen Tisch sitzen.
Wir möchten Hilfe vom liebem Gott - der Weg dazu ist der Glaube. Dem steht so oft ein Stein im Weg. Jesus fordert uns auf: Entferne diesen Stein.
- Die eigene Ansicht kann so ein Stein sein. Ungeduld verführt zu eigenem Handeln. Warte ab, Gott hilft.
- Der Apostel macht den Vergleich zum aussätzigen Hauptmann Naaman im Alten Testament, der durch den Propheten aufgefordert wurde, sieben Mal im schmutzigen Fluss unterzutauchen. Er tat es und wurde geheilt! Demut war der Schlüssel dazu.
- Wir stellen manchmal Ansprüche, vielleicht weil wir dem Herrn in irgendeiner Form dienen und nun unsere Erwartungen an Gottes Hilfe haben. Das sind Steine.
- Wir alle erwarten Gnade. Welches ist der Weg dazu, welche Steine sind Hindernisse? Bitten wir den Herrn, uns zu zeigen, was es zu überwinden gilt. Empfinden wir Reue? Vergeben wir, wie uns der Herr vergibt?
- Manchmal ist der eigene Stolz ein Stein, der verleitet, mit dem Finger auf den anderen zu zeigen. Dazu gibt der Apostel den Rat: «Seien wir ehrlich mit uns – das ist mein Wunsch für uns alle heute Abend - damit wir die Steine wegräumen können, die der Entwicklung unseres Glaubens hemmend im Weg stehen.»
Nach dem Predigtbeitrag des Bezirksältestem Müller leitet der Apostel zum Heiligen Abendmahl über und betont, dass die Kraft, welche es braucht um die Steine wegzuräumen, im Heiligen Abendmahl liegt. Jedes bestimmt, welche Kraft es aufwenden will. Ist ein Stein zu gross, schenkt Gott seine Hilfe.
Handlungen
Der Apostel spendet am Schluss des Gottesdienstes einer Mutter und ihren 3 Kindern die Gabe des Heiligen Geistes. Im Weiteren ordiniert er einen Priester für die Gemeinde.
Passende Liedervorträge des Chores prägen den Gottesdienst mit.