Am Samstagabend kamen die Geistlichen des Kirchenbezirks zusammen und beschäftigten sich mit der Frage des Apostels: «Was ist eigentlich mein Auftrag? Was ist ein persönlicher Sendungsauftrag? Was ist meine Berufung?». Bei aller Vielfalt der Antworten standen die Liebe zu Gott, die Weitergabe der Botschaft Jesu und die liebevolle Hinwendung zu dem Menschen im Mittelpunkt.
Diese gemeinsame Arbeit war jedoch nicht nur ein kurzer Moment für einen Abend, sondern kann im Leben der Geistlichen in der Reflexion weiterwirken: «Wie geht es mir mit meinem Auftrag? Kann ich ihn erfüllen? Was brauche ich dafür? Was hindert mich?» Alles Schritte zur gegenseitigen Unterstützung und zu einem bewussten Umsetzen des Amtsauftrages.
Am Sonntag, den 18. Februar verwendete Apostel Pfützner das Bibelwort aus Matthäus 21, 15.16 als Grundlage für die Predigt: «Als aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder, die im Tempel schrien und sagten: Hosianna dem Sohn Davids!, entrüsteten sie sich und sprachen zu ihm: Hörst du auch, was diese sagen? Jesus sprach zu ihnen: Ja! Habt ihr nie gelesen: Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet?».
Der Apostel lud die Gemeinde ein, sich in die Situation der Hohenpriester und Schriftgelehrten zu versetzen: «Wie würden wir reagieren, wenn eine schreiende Kinderhorde Dinge verkündet, die uns nicht ganz geheuer sind? Vermutlich würden wir, ähnlich wie die Hohenpriester, nach der Ursache für den Lärm suchen, um ihn zu beenden. Die Antwort Jesu « Ja! Habt ihr nie gelesen…» muss die die Hohenpriester und Schriftgelehrten wie eine Ohrfeige gewirkt haben. Und dann lies er sie scheinbar auch noch stehen und ging weg. Doch Jesus hat die Fragesteller nicht abgeschrieben, vielmehr wird auch hier die Treue Gottes erkennbar. Er hat sie zum Nachdenken angeregt, wollte ihnen die Chance geben, Dinge neu zu bewerten. Auch sie waren Teil des erwählten Volkes.»
In diesem Blick zurück machte Apostel Pfützner die Aufgabe der Christen heute deutlich:
- Wir sollten in der Bibel lesen, es gibt etwas zu entdecken. Und zwar lesen mit dem Herzen, nicht mit dem Kopf, d.h. bereit sein, eigene Überzeugungen in Frage zu stellen.
- Wir sollten auf das Lob Gottes aus dem Mund der Jüngeren hören und miteinstimmen.
- Wir sollten auf Gottes Zusagen vertrauen, auch wir sind sein erwähltes Volk.
Im Anschluss an die Predigt spendete der Apostel einem Kind die Wassertaufe und die Geistestaufe. Zu den Eltern des kleinen Täuflings meinte er: «Habt Zeit für euer Kind und für Gott, denn er hat alle Zeit der Welt für euer Kind. Schenkt den bewussten Augenblick ganz im Sinne von "Ich bin da"».
Nach der gemeinsamen Abendmahlsfeier empfingen Bischof Peter Jeram und seine Frau Karin den Segen zum 40. Ehejubiläum. Dabei erinnerte der Apostel das Ehepaar an den Vers aus Jesaja 52,12: «… denn der HERR wird vor euch herziehen und der Gott Israels euren Zug beschließen». Gott ist Vorhut und Nachhut, er beschützt.
Ein Wochenende in Gemeinschaft mit vielen Impulsen und Aufgaben zum Weiterarbeiten sowie Stärkung, Segen und Freude im Gottesdienst.
R. Zingerle, N. Röthling