O Liebe, wie gross! Durchflute mein Herz und mein Leben.

04.08.2024

Des HERRN Augen schauen alle Lande, dass er stärke, die mit ganzem Herzen bei ihm sind. (2. Chronik 16, 9). Mit diesem Wort diente Apostel Reto Keller zum ersten Mal in unserer Gemeinde.

Wir dürfen einkehren im Hause des Herrn, alle die hier sind und alle die durch technische Einrichtungen verbunden sind. Der Apostel sah einen Satz in den Psalmen, der ihn oft beschäftigt: Ich freute mich über die, die mir sagten: Lasset uns ziehen zum Hause des HERRN! Jerusalem (heute der Altar von Albisrieden) ist gebaut als eine Stadt, in der man zusammenkommen soll (aus Psalm 122,1.3).

Irgendjemand hat euch einmal den Impuls gegeben «Lasst uns in das Haus des Herrn gehen». Vielleicht waren es die Eltern, oder die Nachbarn, oder ein Partner. Nun muss dies gefestigt werden. Die Gemeinschaft im Hause des Herrn ist etwas sehr Wichtiges. Wir wollen denen gegenüber dankbar sein, die uns eingeladen haben.

Durchfluten

Im Refrain des vom Chor vorgetragenen Liedes hat der Satz «Liebe wie gross! Durchflute mein Herz und mein Leben» den Apostel berührt. Er habe das Lied schon oft gehört, aber der Satzteil «durchflute mein Herz und mein Leben» habe ihn zum Nachdenken angeregt. Von der Liebe Gottes predigen, sei das eine. Diese aber zu leben, zu praktizieren, sei unsere Aufgabe. Geben wir ihr Raum in unserem Herzen und unserem Leben. Die weiteren Amtsträger kamen in ihrem Predigtbeitrag nochmals kurz auf den Begriff «durchfluten» zurück. Woran denkt man da? An Wasser, Luft und Licht.

Das vorgelesene Bibelwort spricht von den Augen des Herrn. Diese sind hellwach, sehen gut und brauchen keine Brille. Gott hatte schon immer alle Menschen vor Augen, auch als er seinen Sohn auf Erden sandte. Er sah und sieht alle Menschen, heute, in der Vergangenheit und in der Zukunft. «Der Herr schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage.» Sie schauen alle Lande.

Alle Lande

Was sind alle Lande? Es kann geografisch gesehen werden. Ein Land sind auch persönliche Situationen. Es kann das Land der Freude oder auch der Trauer sein. Alle Lande heisst auch alle Völker, alle Epochen. Es heisst auch die jenseitige Welt. Es heisst weiter, dass er stärke, die mit ganzem Herzen bei ihm sind. Was stärkt uns? Es ist schon wertvoll, wenn uns bewusst ist, dass Gott uns stärkt. Jeder Einzelne hat Fähigkeiten und Gaben, die gestärkt sein wollen. Gottesdienst, Heiliges Abendmahl und Gemeinschaft stärken. Der Apostel legt Wert auf die Gemeinschaft als besondere Stärkung. Es stärkt, wenn man nicht auf den Mangel schaut, sondern auf das Vorhandene achtet. Zufriedenheit stärkt! Nicht alles ist vollkommen. Aber was Gott macht, ist vollkommen.

Am Schluss des Bibelwortes heisst es: «die mit ganzem Herzen bei ihm sind». Paulus schreibt an Timotheus: «Du aber bist mir gefolgt in der Lehre, im Leben, im Streben, im Glauben, in der Langmut, in der Liebe, in der Geduld, in den Verfolgungen, in den Leiden.» Im Konfirmationsgelübde heisst es: «Ich übergebe mich dir». Lasst uns einmal mehr von ganzem Herzen bei ihm sein, ihm folgen. Wir haben einen Gott, der mit sich reden lässt. Wir wollen uns auch in der Gemeinde einbringen und wieder «neuapostolisch» sein.

Ein besonderes Erleben im Sinne der Gemeinschaft war die Spendung des Heiligen Abendmahles an die Verstorbenen.

Der Chor beendete den Gottesdienst mit dem Lied «O dass ich tausend Zungen hätte… mit Engeln stimmt ich um die Wette… von dem, was Gott an mir getan.»