Am Sonntag, 16. Februar 2025 fand in der Gemeinde Wil SG für den ganzen Bezirk der letzte Ostwindgottesdienst vor dem Umbau der Kirche statt. Als Grundlage diente das Bibelwort aus Markus 10, Vers 21:
Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach!
Der Vorsteher der Gemeinde Frauenfeld leitete diesen Ostwindgottesdienst und stellte zu Beginn die Frage, was heute wohl anders sein wird als sonst in einem Gottesdienst. Sicher ist einiges anders und doch ist vieles gleich.
Wir nehmen am Anfang Bezug auf die Geschichte, welche in der Bibel überliefert ist, und machen uns Gedanken dazu, was dieses Wort für uns heute bedeutet. Welche Impulse kann ich für mich persönlich, für mein Leben, für meine Familie, für die Gemeinde mitnehmen. Die Geschichte vom reichen Jüngling haben wir sicher schon oft gehört. Der Jüngling hat sein Herz an seinen Reichtum gehangen und konnte daher Jesus nicht nachfolgen. Wir möchten heute einen grösseren Blick auf diese Geschichte werfen.
- Jesus hat ihm seine Ratschläge gegeben, weil er ihn liebte. Es ging ihm nicht darum möglichst viele «Follower» zu haben. Er sagte ihm: Versuche dich etwas zu lösen von dem, wo du glaubst, dass du nicht ohne das sein kannst.
- Wir müssen in unserem Glaubensleben erkennen, dass es etwas Wertvolleres und Grösseres gibt, als wir mit unserem Verstand erfassen können.
- Löse dich mal von dem, was dir im Leben so wichtig ist, und folge Jesus nach. Wenn man Jesus nachfolgen will, muss man auf ihn schauen. Was macht Jesus genau in dieser oder jener Situation, wie verhält er sich, man muss nachfragen und genau beobachten. Das sollen wir tun.
- Wir wollen versuchen uns heute Vorsätze zu notieren, nicht als Auftrag, sondern ganz persönlich – was für ein Ziel in meinem Glaubensleben möchte ich mir setzen. Ein wertvolles Ziel, das über die natürlichen Wünsche hinausgeht.
Der Priester hat dann verschiedene Stifte und Zettel für die Vorsätze verteilt.
- Zweifarbenstifte – auf der einen Seite Blau, da könnte man Vorsätze notieren, wo man noch wachsen kann . Auf der anderen Seite Rot, da ist vielleicht etwas, was etwas kleiner werden sollte in meinem Leben.
- Bleistifte mit Gummi – da kann man sich zuerst ein kleineres Ziel vornehmen und wenn man merkt, dass man auf gutem Weg ist das Ziel zu erreichen, dann kann man es wegradieren und sich ein höheres Ziel setzen.
- Kugelschreiber – sind für jemand der sich schon oft Ziele vorgenommen hat, aber diese sind dann wieder vergessen gegangen. Mit dem Kugelschreiber kann man seine Ziele dauerhaft festhalten. Vielleicht schafft man es, wenn man es nicht mehr wegradieren kann.
Der Priester hat noch ein paar Impulse für mögliche Vorsätze gegeben.
- Dankbarer werden, das Gottvertrauen wird wachsen
- Verbindungen stärken zu Gott, zum Nächsten, zu sich selbst
- Mehr lernen im Glauben, Zusammenhänge in der Bibel besser verstehen
- Aufmerksamer werden, besser hinhören
- Sich mehr Zeit nehmen, mehr für andere da sein
Musikalisch wurde der Ostwindgottesdienst von einem kleinen Ensemble und einem Trio aus der Gemeinde Uzwil mitgestaltet. Begleitet auf dem Piano wurden «Du bist unser Licht», «Bist du vom Lebenskampf müde und matt», «Hier ist mein Herz, ich geb es dir» und «Jauchzet dem Herrn» gesungen.
Ganz am Schluss hat der Bezirksjugendleiter noch alle Jugendlichen zusammengenommen und die Gemeinde auf zwei Filmvorführungen hingewiesen. Am 13.04.2025 um 16.00 Uhr wird in der Kirche Kreuzlingen der Film «Gott ist nicht tot» und am 18.05.2025 um 16.00 Uhr in der Kirche Wil «War Room» gezeigt. Die Kollekte von diesen zwei Anlässen kommt in die Jugendkasse und wird für das Sommercamp verwendet. Kommt und unterstützt unsere Jugend!
Auch die Kinder erlebten zusammen einen Ostwindsonntag
Während dem Gottesdienst waren im unteren Saal die Kinder mit den Lehrkräften zusammen. Wie immer, wenn Ostwindgottesdienst ist, hat es auch für die Kinder ein spannendes und aktives Programm. Das Thema ist jeweils an das Bibelwort vom Gottesdienst angelehnt. Sobald die Kinder in die Kirche kommen, können sie bereits mit zeichnen und basteln anfangen. Gemeinsam haben sie zu Beginn das Lied «Underem Schirm vom Höchste» gesungen. Die Kinder konnten dann eine kleine "Schatztruhe" basteln und verzieren. Darin durften sie wertvolle Schätze sicher einpacken: Da waren «Gummibärli» zum Teilen und jemandem eine Freude bereiten – oder «Pflästerli», um jemanden zu trösten – oder sogar ein «Edelstein», so wertvoll, wie jedes Kind selbst ist. Der liebe Gott freut sich, wenn wir genau solche Schätze sammeln. Die Feier des Heiligen Abendmahles haben die Kinder und Lehrkräfte dann mit der Gemeinde gefeiert.
Wie toll, dass wir so engagierte Geschwister haben, welche mit den Kindern diese Ostwind-Stunde gestalten. Vielen herzlichen Dank! (siehe Bilder 15-19)
Schon Tradition ist es, dass nach dem Ostwindgottesdienst noch die Gemeinschaft bei Kaffee, Gebäck und feinen Zöpfen gepflegt werden kann. Wertvolle Gespräche können dabei geführt werden. Es ist immer wieder beeindruckend, wie fleissige Hände alles vorbereiten und all die feinen Sachen mitgebracht werden. Auch dafür lieben Dank an alle Helferinnen und Helfer und Bäckerinnen und Bäcker!
Bericht und Fotos: Juerg Hauser