Letzten Dienstag besuchte mich der Verwaltungsleiter, Apostel Reto Keller, in meinem Büro in Brügg. Nach unserer ordentlichen Besprechung folgte ein «Botengang» in Bern. Da ich Kirchenpräsident von Ungarn bin und Apostel Reto Keller stellvertretender Kirchenpräsident, benötigten wir einen elektronischen Zutritt zum Kundenportal in Ungarn. Das klingt ziemlich unverständlich, allerdings muss man bekanntlich nicht alles verstehen. Ein Besuch bei der ungarischen Botschaft war deshalb unumgänglich. Folgende Dokumente mussten wir mitnehmen: drei Passkopien und eine Geburtsurkunde. Ich erwähne dies als Beispiel, dass für etwas Kleines oftmals ein riesiger Aufwand notwendig ist.
In der letzten Woche fanden zudem zwei Bezirksabende statt: am Mittwoch in Genève und am Donnerstag in Neuchâtel. Die anschliessenden Fragen waren sehr vielschichtig.
Über das Wochenende war ich in Italien. Am Samstag fanden die Delegiertenversammlung und die Bezirksvorstehertagung in Mailand satt. Am Sonntag feierte ich den Gottesdienst in Mailand. In diesem Gottesdienst konnten zwei erwachsene Seelen versiegelt und eine Diakonin ordiniert werden. Die Stimmung in Mailand zu erleben ist grossartig. Die Kinder wurden ganz geschickt in die musikalischen Beiträge integriert. Diese Kinder zeigten mir einmal mehr, dass ein Gottesdienst mit dem Bezirksapostel, der aufgrund der Handlungen etwas länger dauert, dennoch zumutbar ist.
Am Sonntagnachmittag vor der Heimreise machte ich zusammen mit Apostel Rolf Camenzind einen Krankenbesuch. Einmal mehr stellte ich fest, dass manchen Geschwistern ganz plötzlich der Boden unter den Füssen weggezogen wird. Von einem Augenblick auf den andern ist alles anders. Dabei dachte ich an den König Hiskia, der einen solchen Moment erlebte und sprach: „Siehe, um Trost war mir sehr bange.“ (vgl. Jesaja 38,17). Er wusste nicht mehr, was er tun sollte. Woher kann Hilfe kommen, woher kriegt man Kraft. Das geht dem Betroffenen so, aber auch jenen, die Trost spenden möchten. In diesem obgenannten Vers stehen dann aber noch folgende Worte: „Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, dass sie nicht verdürbe.“ (vgl. Jesaja 38,17) Gott ist da! Er leistet nun Seelsorge. Und er ist der grösste Seelsorger. Seine Liebe wird spürbar. Eine verzweifelte Seele, die keine Hoffnung mehr hat, ist eine verdorbene Seele. Solch eine Seele sieht den Weg nicht mehr.
Gott leistet Seelsorge und nimmt sich dazu ein Werkzeug. Das kannst DU oder ICH sein, damit die Seele nicht verdirbt und sie schlussendlich wieder eine Hoffnung im Herzen hat, die ihr Frieden schenkt. Ich bin den Amtsträgerinnen und Amtsträger sowie euch allen von Herzen für jede Seelsorge dankbar.
Liebe Grüsse
Thomas Deubel