Woche 49 / 2025

09.12.2025

Überraschende Gemeindebesuche

Da die Reise nach Kuba nicht stattfinden konnte, ergab sich für mich die Gelegenheit, die eine oder andere Gemeinde überraschend zu besuchen. Dafür bin ich sehr dankbar, denn so erlebe ich die Gemeinden ganz unmittelbar – sowohl unter der Woche als auch an einem Sonntag, und dies ohne besondere Vorankündigung.

In der vergangenen Woche führte mich mein Weg am Mittwochabend in die Gemeinde Affoltern am Albis. Freude steckt bekanntlich an. So übertrug sich die spürbare Freude der beiden Priester und Diakoninnen im Ämterzimmer auf mich – und ebenso auf die Gemeinde. Ich habe diesen Abend sehr genossen; er tat meiner Seele gut.

Der heimgegangene Bezirksälteste i.R. Walter Zbinden, Vater von BA i.R. Jürg Zbinden, war eine herausragende Glaubenspersönlichkeit – nicht nur für mich. Daher überraschte es nicht, dass unsere Kirche in Steffisburg während der Trauerfeier am Donnerstagnachmittag beinahe bis auf den letzten Platz gefüllt war. Walter Zbinden war ein liebevoller, humorvoller und lebenskluger Familienmensch, ein aufmerksamer Zuhörer und geschätzter Ratgeber, zudem jemand, der eine besondere Nähe zur Jugend hatte. Seine Leidenschaft für Musik, Natur, Bücher und Reisen prägte sein Leben und das seiner Familie. Mit offenem Herzen, tiefem Glauben und feinsinnigem Humor bereicherte er alle, die ihm begegneten.

Am Samstag nahm ich gemeinsam mit 22 weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Theologieseminar „Entstehung und Aufbau der Bibel“ teil. Wir erhielten einen umfassenden Überblick über das Alte und Neue Testament und deren Entstehungsgeschichte. Darüber hinaus beschäftigten wir uns mit den literarischen Traditionen des Alten Testaments sowie mit der literarischen Vielfalt im Neuen Testament.

Noch ein Gedanke zur Adventszeit:

Nächster Halt – Zürich Hauptbahnhof. Hektik und Unruhe überall, ein Mann, der versucht, mit einem Weihnachtsbaum in den Bus zu steigen, und selbst die festliche Dekoration schafft es kaum, echte Adventsstimmung zu vermitteln. Umso dankbarer sass ich im Zug und genoss die Stille. Gerade in dieser Zeit sind solche Augenblicke kostbar. Denn eigentlich lädt uns der Advent ein, innezuhalten und uns auf das Wesentliche vorzubereiten: auf das Kommen Christi. Vielleicht gelingt es uns immer wieder, mitten im Lärm des Alltags kleine Oasen der Ruhe zu finden – Momente, in denen wir unsere Gedanken ordnen, unsere Herzen öffnen und uns neu von Gottes Frieden berühren lassen.

Am Sonntag überraschte ich die Gemeinde Dübendorf, Bezirk Zürich-See. Ich erlebte offene und dankbare Herzen, was mich sehr freute.

Mit herzlichen Grüssen

Thomas Deubel