Nach dem Chorlied «Ich will beten, du wirst hören» (CM150) diente der Vorsteher mit dem Wort aus Johannes 14,16-17: «Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.»
Zum Muttertag
Zuerst ging der Vorsteher auf den Muttertag ein. Für ihn ist die Liebe einer Mutter zu ihren Kindern nahe an der Liebe Jesu zu den Menschen. Vollkommene Liebe ist nur die Liebe Gottes. Aber diejenige einer Mutter kommt dieser Liebe nahe. Sie kümmert sich um alle Kinder. Die Mutter des Vorstehers hatte es gerne, alle Kinder um sich zu haben. Das mütterliche Element in der Kirche ist die Gemeinde. Jeder von uns ist damit angesprochen. Jeder sorgt sich um jeden Einzelnen. Jeder nimmt Anteil an den Sorgen und Freuden Anderer. Es gibt viele Stärken in einer Gemeinde, Geschwister mit besonderen Fähigkeiten. Schauen wir auf die Stärken und blicken wir grosszügig über die Schwächen hinweg. Als Gemeinde lieben wir jeden Einzelnen, unabhängig seiner Eigenschaften. Als Gemeinde möchten wir alle um uns haben. Seit der Pandemie und dem Angebot auf Youtube bleiben einige Glaubensgeschwister der Gemeinde fern. Wir vermissen sie. Sie sind da, aber wir sehen sie nicht. Wir wissen, dass eine Mutter und auch eine Gemeinde nicht ohne Fehler sind. Das hat dann und wann Konsequenzen. Wir wünschen uns, dass diese Dinge überwunden werden.
Zum Wort
Das Wort zum Gottesdienst ist aus den Abschiedsreden von Jesus! Der Geist der Wahrheit wurde von Jesus verheissen. Diese Verheissung ging an Pfingsten in Erfüllung. Der Heilige Geist erfüllte schon im Alten Bund Einzelne. Denken wir an die Propheten. Der Heilige Geist war aber nur für kurze Zeit bei ihnen. Im neuen Bund soll dieser Geist ewiglich bei uns sein. Dieser Heilige Geist stellt sicher, dass das wahre Evangelium verkündigt wird. Er redet von dem, was am Throne Gottes geschieht. Er weist in die Zukunft, besonders auf die Wiederkunft Jesu Christi. Er bleibt ewig bei uns, er kann uns nicht genommen werden. Wir entscheiden, wieviel Raum wir ihm geben. Wir müssen ihn nähren, durch die Predigt und die Sakramente. Im Galaterbrief werden die Früchte des Heiligen Geistes aufgezählt: «Liebe, Feude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit (Gal 5,22-23)».
Beim Jubelpaar sind diese Früchte offenbar geworden. Ohne gegenseitige Liebe bleibt eine Ehe nicht 60 Jahre bestehen. Weil es den Heiligen Geist in sich wirken liess, kann es heute diamantene Hochzeit feiern. Gottes Worte sind auch ein Spiegel. Wie viel von den Früchten ist an mir erkennbar?
Der mitdienende Priester erklärte, dass der Heilige Geist viele Aspekte habe. Aus dem Lied des Chores «Tröstet mein Volk» (CM218) geht einer dieser Aspekte hervor. Er heilt unseren Schmerz, er verbindet uns. Der Geist der Beziehung ist mit dem Jubelpaar. Ein Diamant ist etwas Besonderes. Er wird unter hohem Druck geschaffen, dann geschliffen und erst dadurch etwas Besonderes. Der Priester hat sich nach den Jubiläen erkundigt: Hundert Jahre Ehe wird als Himmelshochzeit bezeichnet.
Anlässlich der Ansprache an das Jubelpaar erwähnte er den Einsatz der Beiden für die Gemeinde und den ganzen Bezirk. Sie wirkten viele Jahre im Chor. Der Ehemann spielte oft Orgel in anderen Gemeinden des Bezirkes. Als neues Wort zitierte der Vorsteher Psalm 103,1-2: «Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat».
Der Chor beendete den Gottesdienst mit dem Wunschlied «Verleih uns Frieden gnädiglich» (CM221).