Mit dem Liedtext «Mach es helle und licht und weit», beschrieb der Chor den Übergang von Karfreitag zu Ostern und damit die Auferstehung Jesu. Der Stein wurde weggerollt und Licht brach in die Grabhöhle Jesu hinein. Apostel Pfützner erläuterte zu Beginn der Predigt, dass dieses Bild auch auf unser Herz zutrifft. Auferstehung geschieht, wo Herzenstüren geöffnet und Steine weggerollt werden und das göttliche Licht unser Leben erhellt.
Der Apostel verwies darauf, dass die Kreuzigung Jesu in zahlreichen Kunstwerken und Filmen aus den vergangenen Jahrhunderten teils detailliert beschrieben wurde. Doch die Auferstehung bleibt geheimnisvoll, ein Gegenstand des Glaubens. Allerdings wurde sie damals von vielen Menschen bezeugt, die Jesus begegnet waren, die das göttliche Licht erkannt haben. Und so ist es auch heute. Wer Jesus begegnet wird zum Zeugen der österlichen Freude, er wird zum Christen.
Jesus hinterließ den Jüngern nach seiner Auferstehung besondere Gaben, nämlich seinen Frieden und seinen Geist.
- «Friede sei mit euch.» So hören wir es in jedem Gottesdienst. Nicht irgendein Friede, sondern der Friede des Auferstandenen – als sein Geschenk an uns alle. Der Apostel forderte die zahlreichen Gottesdienstbesucher auf: «Geben wir diesen Frieden weiter! Begrüßen auch wir einander mit diesen österlichen Worten!»
- «Empfangt den heiligen Geist», sagte Jesus zu seinen Jüngern und hauchte sie an. Das ist derselbe Geist, der Jesus wieder zum Leben erweckte, und dieser Geist in uns ist auch unsere Garantie der Auferstehung (Römer 8,11).
Zum vorgelesenen Bibeltext, welcher das Gebot Jesu an die Jünger beschreibt, erläuterte der Apostel, dass jeder einzelne Jünger zunächst über mehrere Jahre der Begegnung mit Jesus die Erfahrung machte, von ihm persönlich geliebt zu sein. Das war die Basis für den Auftrag, auch einander zu lieben. Auch jeder von uns kann dieses Gebot erfüllen, doch braucht es die richtige Reihenfolge :
- Mir muss bewusst werden, dass Jesus mich liebt - und das habe ich zu akzeptieren!
- Ich muss diese Liebe zu mir bejahen - und sollte mich selbst auch lieben, schon allein weil Jesus mich ja liebenswert findet.
- Als Geliebter Jesu darf ich anerkennen, dass auch andere von IHM geliebt sind.
- Nur auf dieser Basis kann ich wahrhaftig auch andere lieben, weil sie ebenso von Jesus geliebt sind wie ich es bin.
Der Apostel fasste die Botschaft Jesu wie folgt zusammen:
Liebe dich selbst, wie ich dich geliebt habe.
Liebe deinen Nächsten, wie ich ihn geliebt habe.
Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.
Er schloss mit den Worten: «Wir wurden zuerst geliebt. Wagen wir es, die erste Liebe zu beanspruchen! Mit dieser Liebe wird es weit, licht und hell in uns - die österliche Freude breitet sich aus und hilft uns, zwischendurch auch mal einen Karfreitag in unserem Leben zu überstehen!»
Ruhesetzung
Nach der Feier des Heiligen Mahles wurde Priester Joe Retter nach 41 Jahre als Amtsträger durch den Apostel in den Ruhestand versetzt. In dieser langen Zeit unterstützet der Priester vier verschiedene Vorsteher. Sein grosses Engagement im geistlichen Amt, aber auch Chor und bei der Organisation von verschiedenen Anlässen (und natürlich auch seine leckeren Käsespätzle) bleiben unvergesslich und sind doch nur kleine Mosaiksteinchen seines gesamten Wirkens. Seine Wortverkündigung war geprägt von einem starken Glauben. Die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer war ihm gewiss, nicht nur, weil er stets laut genug gesprochen hat, sondern weil seine Predigt oft mit einem persönlichen Erlebnis verknüpft war. Der Apostel bedankte sich herzlich für alle Liebesdienste und entlastete den Priester vom Amtsauftrag.
Goldene Hochzeit
Gleich drei Jubelpaare feierten außerdem in diesem denkwürdigen Gottesdienst ihre Goldene Hochzeit und empfingen zu diesem Jubiläum den göttlichen Segen. Kumuliert ergeben sich 150 Jahre Liebe und Treue. Der Apostel gab den Jubilaren die Zusage aus dem bekannten Psalm 27 mit auf den weiteren Weg, wo es heißt: «Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde die Güte des HERRN im Lande der Lebendigen. Harre des HERRN! Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN!» Gott wird seine Güte zu unseren Lebzeiten sichtbar machen, wir haben keinen Grund uns zu fürchten. Er lässt uns nicht im Stich, sondern ist unser Licht und unser Heil!
Nach dem Gottesdienst blieb noch Zeit zum persönlichen Austausch beim Apéro.