Woche 33 / 2024

20.08.2024

Versprechen! – Gott hat viele gegeben und hält ein jedes! Viele haben sich bereits erfüllt und sobald die Zeit gekommen ist, werden sich auch die restlichen erfüllen.

Menschen machen auch Versprechungen, können oder wollen sie aber nicht immer alle halten. In meinen letzten Notizen habe ich eines gegeben, das ich einlösen möchte: Ich melde mich nach der Reise nach Rumänien mit neuen Notizen.

Aber zunächst zu einer Überraschung. Es gibt beide: die unangenehmen, bösen und die freudigen, aufstellenden. Heute berichte ich nur von einer letzteren: Ein Fragezeichen im Monatsprogramm gibt Gelegenheit, ohne Vorankündigung eine Gemeinde zu überraschen. Eine kurze Reise über den Pfannenstil war es diesmal, um die Gemeinde Gossau ZH zu erreichen, die sich zusammen mit der Gemeinde Egg jeweils am Mittwoch zum Gottesdienst einfindet. Nicht einmal mein Sekretär, Bezirksevangelist Urs Frei, der als Dienstleiter eingeteilt war, ahnte etwas. Zusammen mit den Geschwistern erlebten wir ein berührendes, aufstellendes und stärkendes Erleben der Gottesdienstgemeinschaft mit Gott und untereinander.

Am Freitagmorgen gehöre ich zu den Frühaufstehern. Um 04.30 Uhr klingelt der Wecker. Um 07.15 Uhr ist der Abflug Richtung München und von dort weiter nach Cluj-Napoca, Hauptort der Region Transsilvanien und bekannte Universitätsstadt im Nordwesten Rumäniens.

Begleitet werde ich vom Bezirksapostelhelfer, meiner Gattin und von meinem jüngeren Sohn mit Frau, die ihre Reise selbst bezahlt haben. Erwartet werden wir von Apostel Cone und seiner Gattin – ein herzlicher Empfang zum Auftakt meiner letzten Dienstreise in Rumänien. Mit 35 Grad Wärme sind die Temperaturen nur wenig höher als zu Hause. Gleich geht es weiter zum Hotel, wo uns Bischof Sapintan willkommen heisst. Zimmerbezug, eine leichte Mahlzeit und etwas Zeit zum Umziehen bleiben uns noch, bevor wir zur einstündigen Fahrt in die siebenbürgische Stadt Turda aufbrechen, in deren Salinen in der Römerzeit Salz abgebaut wurde. Um 18.00 Uhr werden wir dort den Gottesdienst in unserer Gemeinde erleben.

Trotz vieler Ferienabwesenheiten erwartet uns eine schöne Schar von Geschwistern. Kurz vor dem Gottesdienst hat die Orgel den Geist aufgegeben, was uns nicht daran hindert, die vorgesehenen Lieder einfach ohne Begleitung zu singen. Gottesdienst schafft Verbindung. Das gemeinsame Erleben ist wie ein Herzensschatz, der uns verbunden bleiben lässt.

Die Begegnung mit den Geschwistern gerade auch in kleineren Gemeinden lässt das Wunderwirken Gottes unter den Menschen erleben. «La revedere, drum bun!» (auf Wiedersehen, gute Reise!).

Begleitet von einem wunderschönen Abendrot geht die Fahrt zurück nach Cluj.

Auch der Samstag ist kein Ruhetag. Bereits um 07.30 Uhr ist Abfahrt nach Marghita, einer Kleinstadt ganz in der Nähe der Grenze zu Ungarn, wo wir uns um 11.00 Uhr zum Gottesdienst versammeln werden. Nachdem wir gestern im Kirchenbezirk Alba waren, sind wir jetzt in Zalău. Normalerweise finden die Gottesdienste beim Bezirksältesten zu Hause statt, heute jedoch sind wir im Kulturhaus. Auch hier ist die Gemeinschaft unter den Geschwistern sehr herzlich. Sie haben es, wie an den meisten Orten, nicht leicht in ihrem Leben und mancher schwere Schicksalsschlag verbirgt sich hinter den Anwesenden. Heute ist jedoch Fest- und Freudentag. Wie wohltuend ist es, innerlich zur Ruhe zu kommen und das Wirken Gottes zu erleben. Ein Gast singt mit Gitarrenbegleitung am Schluss des Gottesdienstes, bevor wir noch Gemeinschaft bei Verpflegung erleben.

Weiter geht die Reise nach Baia Mare, unweit von der ukrainischen Grenze.  Bei unserer Ankunft haben wir an diesem Tag in sechs Stunden Fahrzeit 450 Kilometer zurückgelegt.  

Am Sonntag diene ich den Geschwistern des Bezirks Baia Mare in unserer schönen Kirche. Dieser Gottesdienst wird nach ganz Rumänien und Moldawien übertragen. Unsere Übersetzerin hat eigens ihren Urlaub verkürzt und ist frühzeitig nach Hause zurückgekehrt. Sie ist auch eine der drei Diakoninnen, die wir zurzeit in Rumänien haben. Es ist ein bewegendes und emotionell berührendes Erleben, noch einmal mit allen Geschwistern der beiden Länder wenigstens per Internet verbunden zu sein. Im Herzen sind wir es ohnehin und das wird auch so bleiben.

Ein Kinderchor begrüsst uns in der Vorhalle der Kirche. Die Kinder singen in unsere Herzen. Chor und Seniorenchor bereichern und unterstützen den Gottesdienst. Zur Freude aller Anwesenden darf ein Erwachsener in der Heiligen Versiegelung die Gabe des Heiligen Geistes erhalten. Besondere Momente erleben wir in der Feier des Heiligen Abendmahls für die Entschlafenen.

Wie schon in den beiden Gottesdiensten zuvor hören die Teilnehmenden den künftigen Bezirksapostel und können ihn in ihre Herzen schliessen. Wenn ich das so schreibe, dann gebe ich wieder, was ich beim Verabschieden erlebt habe.

Gerne verweisen wir auf folgenden Link: Vară călduroasă la propriu și la figurat - Gebietskirche Rumänien (scna.ro)

Viel zu schnell und doch mit ganz intensivem Erleben angefüllt naht sich diese Reise dem Ende. Was bleibt, sind die Erinnerungen an unzählige bewegende Momente.  

Wie meistens an den Sonntagabenden haben auch dieses Mal die Flüge grosse Verspätung. Erst nach Mitternacht sind wir endlich zu Hause. Allerdings ist das jeweils schnell wieder vergessen, weil das Schöne einfach viel stärker ist.

Dragi frați și surori, ne vom revedea! (liebe Brüder und Schwestern, wir werden uns wiedersehen!